Neues Gebäude für die Feuerwehr Pfaffenweiler

BADISCHE ZEITUNG 24. September 2011 (Artikel unter: www.badische-zeitung.de)
Die Gemeinde Pfaffenweiler wird ihr neues Feuerwehrgerätehaus nach den Plänen des Ebringer Ingenieurbüros Gerd Schüler bauen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Zuletzt ging es um die Abwägung von drei Entwürfen, ursprünglich waren es sechs, die die Gemeinde im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung eingeholt und auch öffentlich vorgestellt hatte.
Dem Beschluss ging eine intensive Aussprache voraus, was sich auch im Abstimmungsverhalten ausdrückte. Die beiden Vertreter der Offenen Liste, Mario Hug und Siegfried Polewka-Lohbreier enthielten sich der Stimme, weil sie den Neubau generell in Frage stellten. Erneut sprachen sie sich für ein gemeinschaftliches Gerätehaus der Wehren von Pfaffenweiler, Ebringen und Schallstadt aus oder für eine Renovierung des bisherigen Gerätehauses. Weiter sorgten sie sich, die Gemeinde könnte auf Dauer einem unabwägbaren Kostenrisiko ausgesetzt sein. Bürgermeister Dieter Hahn enthielt sich der Stimme ohne Erklärung.
Die Gemeinderäte der CDU stimmten geschlossen für den Entwurf Schülers, weil er von den Mitgliedern des Feuerwehrausschusses am besten beurteilt wurde. Dieter Hanser trug die Argumentation vor, sein Fraktionskollege Johannes Dischinger hatte nach eigenen Angaben ursprünglich den Entwurf des Architekten Willi Wagner aus Pfaffenweiler präferiert, folgte bei der Abstimmung aber seiner Fraktion. Mit Ja stimmten auch die beiden FBL-Räte Thomas Wagner und Frank Eckerle. Einzig Annette Üblacker (FBL) stimmte mit Nein, denn sie wollte dem Entwurf des Schwanauer Ingenieurbüros Schlager und Partner den Zuschlag geben. Von Anfang an habe sie diese Planung bevorzugt, meinte sie.
Nach der bisherigen Kostenschätzung fallen für das Gerätehaus mit Fahrzeughalle, Mannschaftsgebäude und Übungshof nach den Plänen des Büros Schüler Ausgaben von 1,061 Millionen Euro an. Der Entwurf von Wagner war mit 1,12 Millionen Euro veranschlagt, der des Büros Schlager mit 990 000 Euro, wobei die gesamte Nutzfläche, die Raumaufteilung und auch der Flächenbedarf unterschiedlich waren.
Mit seiner Entscheidung beschließt das Gremium einen monatelangen Abwägungsprozess. Zuletzt hatten der Feuerwehrausschuss und der Technische Ausschuss des Gemeinderats die Entwürfe beurteilt und dabei eine nach Punkten gegliederte Bewertungsskala (von 0 bis 15) an verschiedene Aspekte der Planungen angelegt. Für die Funktionalität vergebene Punkte gingen zu 50 Prozent, bezüglich der Kosten vergebene Punkte zu 30 Prozent und hinsichtlich der Architektur vergebene Punkte zu 20 Prozent in die Gesamtnote ein. Danach hat der Entwurf Gerd Schülers 11,17 Punkte erzielt, der Entwurf Wagners 10,27 und der Entwurf Schlagers 9,43 Punkte. Der Technische Ausschuss hatte alle drei Planungen etwas höher bewertet als die Mitglieder des Feuerwehrausschusses.
Bürgermeister Dieter Hahn äußerte sich zu keinem der drei Entwürfe, verwies aber auf Kreisbrandmeister Alexander Widmaier, der geraten hatte, die Planung zu wählen, "die am wenigsten geändert werden müsste und hinsichtlich der Funktionalität die höchste Bewertung erhalten hat". Weiter erklärte er, er werde nun Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern des bislang gärtnerisch genutzten Geländes am nördlichen Ortseingang weiterführen. Er versicherte auf Fragen der Räte Mario Hug und Frank Eckerle, der Architektenvertrag werde erst dann unterzeichnet, wenn die Gemeinde alle Grundstücke erworben hat.
