Feuerwehrhaus Pfaffenweiler


BADISCHE ZEITUNG 15. April 2011 (Artikel unter: www.badische-zeitung.de)
Viele Ideen fürs neue Gerätehaus
Sechs ausgesuchte Architekten stellten Gemeinderäten und Bürgern ihre Entwürfe für das Feuerwehrdomizil in Pfaffenweiler vor.
PFAFFENWEILER. Die Gemeinde baut ein neues Feuerwehrgerätehaus. Wie es aussehen könnte, davon bekamen Gemeinderäte und Bürger in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch in der Batzenberghalle einen Eindruck. Die sechs von der Gemeinde ausgesuchten Architekten stellten dort ihre Ideen zum Feuerwehrdomizil vor. Am Ende der zweistündigen Präsentation stand fest: Die Entwürfe sind sehr verschieden, die Vergleichbarkeit schwierig – nicht zuletzt deshalb, weil ganz unterschiedliche Kosten genannt wurden.
In seiner Dezembersitzung hatte der Gemeinderat nicht nur beschlossen, das neue Feuerwehrgerätehaus auf der Wiese am nördlichen Ortseingang zu platzieren, sondern auch sechs Architekten damit zu beauftragen, sich Gedanken über die Gestaltung zu machen (die BZ berichtete). Ausgesucht wurden die Büros Schlager + Partner, Schwanau; Gerd Schüler, Ebringen; Höfler und Stoll, Heitersheim; Helmut Bühler, Staufen; Dietmar Klein, Staufen; und Willi Wagner, Pfaffenweiler. Das Gerätehaus – das wurde den Planern vorgegeben – muss Platz für etwa 60 Wehrleute, drei Fahrzeugboxen, Räume für Jugend, Unterrichts- und Funkraum, Werkstätten, Lager, Küche und Umkleidekabinen mit sanitären Einrichtungen bieten. Zudem war ein Energiekonzept gefordert und das Gebäude muss eine Erweiterungsmöglichkeit für DRK und Bauhof haben. Auch galt es zu bedenken, dass durch das Gelände eine Hochdruckgasleitung verläuft, die nicht überbaut werden darf und deren Verlegung rund 46 000 Euro kostet. Jedes Büro erhielt für seinen Entwurf 1500 Euro. Die Architekten hatten am Mittwoch je 15 Minuten Zeit, um ihre Pläne vorzustellen. Die Reihenfolge wurde ausgelost, und während sich ein Planer präsentierte, warteten seine Kollegen im Nebenraum.
Die Entwürfe stellten sich recht unterschiedlich dar. Während einige Planer Pultdächer (Wager, Schüler) bevorzugten, stellten die Büros Klein und Bühler eine Kombination aus Pult- und Flachdach vor. Achim Schlager vom Büro Schlager dagegen setzte auf einen kompakten Betonkubus, unterbrochen durch kleine und große Fensterreihen. "Alles unter einem Dach" lautete das Motto von Richard Stoll von Höfler und Stoll, der ein klassisches Giebelgebäude präsentierte. Beim Entwurf von Willi Wagner müsste ebenso wie beim Konzept des Büros Schlager die Gasleitung verlegt werden. Helmut Bühler hat gleich mehrere Varianten mit und ohne Verlegung gezeigt.
Architekt Stoll hat zudem im Erdgeschoss einen Bereitschaftsraum vorgesehen, die Fluchttreppe zum Obergeschoss führt auf den Übungshof und bietet zudem Platz für eine kleine Terrasse. Ebenfalls eine Terrasse gibt es beim Entwurf aus dem Büro Schlager. Sie könnte, so Achim Schlager, bei Platzbedarf auch in einen geschlossenen Raum umgewandelt werden.
Von Putz über Holzverschalungen, oxidierten Stahl oder Sichtbeton reichten die Vorschläge für die Gestaltung der Fassaden. Architekt Helmut Bühler sprach von einem begrünten Flachdach, zudem machte er den Vorschlag für seinen Holzbau Bäume im Gemeindewald zu schlagen und dadurch Baukosten zu sparen. Richard Stoll kann sich eine begrünte Fassade vorstellen. Alle Entwürfe arbeiten mit großen Glasfronten in den Schulungsräumen und setzen auf Tageslicht.
Als Heizungskonzepte wurden ein Blockheizkraftwerk (Klein), eine Holzhackschnitzelanlage (Bühler, Stoll) und eine Holzpelletheizung (Schlager) in Verbindung mit der Batzenberghalle vorgeschlagen. Willi Wagner dagegen setzt auf eine autarke Beheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Gerd Schüler hält eine Fernwärmeleitung zur Halle für unwirtschaftlich und schlug einen Gasbrenner oder ein Mikro-Blockheizkraftwerk als Heizung vor. Die Entwürfe der Büros Klein und Schüler sehen als Erweiterung für Bauhof und DRK separate Gebäude vor, die anderen Architekten bauen an die Feuerwehrgerätehäuser an.
Die Kosten gehen von 900 000 Euro (Büro Schlager) bis 1,6 Millionen Euro (Büro Klein). Allerdings, darauf wies Bürgermeister Dieter Hahn hin, habe die Verwaltung diese Berechnungen nicht auf ihre Plausibilität geprüft. Nach der Sitzung sagte Hahn der BZ, dass die Gemeinde die Kosten von einem unabhängigen Büro prüfen lassen werde. Weiter werde zur Überprüfung von Funktionalität und gesetzlichen Vorgaben der Kreisbrandmeister hinzugezogen.
Auch für Gemeinderat und Feuerwehrausschuss geht die Arbeit jetzt los: Sie werden die Pläne nun intensiv beraten. "Wir hoffen noch vor der Sommerpause zu einem Ergebnis zu kommen", so Hahn. Ziel sei es, im zweiten Halbjahr Bauantrag und Zuschussanträge zu stellen.
