Rathaus Ringsheim

Nach umfangreichen Umbau- und Modernisierungsarbeiten steht das Rathaus Ringsheim kurz vor der Fertigstellung. Ursprünglich im 19. Jahrhundert als Schulhaus gebaut, ist es nun ein modernes und serviceorientiertes Bürogebäude geworden, in dem die Mitarbeiter der Gemeinde in Kürze einziehen werden.
BADISCHE ZEITUNG 14. Mai 2010 (Artikel unter: www.badische-zeitung.de)
Den Blick nach oben öffnen
Gemeinderat diskutiert über Wandgestaltung im Atrium des Rathauses / Abstraktes Gemälde.
RINGSHEIM. Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten - auch im Gemeinderat. Steffen Schlager stellte am Dienstag den Ringsheimer Räten in Absprache mit Bürgermeister Heinrich Dixa einen Entwurf für ein etwa 6x3 Meter großes Gemälde vor, das einmal die ebenso groß dimensionierte Wand im Atrium des Rathauses zieren und den Rathausbesucher "begrüßen" soll. Das Objekt, das als Modell in drei Versionen und als Beamer-Projektion in Augenschein genommen wurde, war im Rat umstritten. Zum Schluss stand der Beschluss: Ja zum Gemälde, aber ein paar Alternativvorschläge mehr sollen's noch sein.
Steffen Schlager, freischaffender Künstler aus Tübingen und Bruder des mit der Rathaussanierung beauftragten Architekten Achim Schlager aus Schwanau, nahm in seinen Erläuterungen die Gemeinderäte durchaus für sein Objekt ein. Er hatte sich als Motiv für eine abstrahierte, aber noch erkennbare rote Rose auf weißem Grund mit in feiner, grauer Linienführung angedeutetem Stiel und Blattwerk entschieden. Die Rose findet sich als Symbol auch im Ringsheimer Wappen. Die Blüte strebt nach oben, was den Blick im Atrium auch nach oben öffnen und den Rathausbesucher einmal einladen soll, auch die obere Etagen entdecken zu wollen. Bürgermeister Dixa hatte der Künstler mit dieser Herangehensweise durchaus überzeugt. "Er hat die Möglichkeiten einer Wand, die über zwei Etagen reicht, als gestalterisches Mittel erkannt und öffnet damit dem Besucher zugleich den Blick nach oben," urteilte Dixa und merkte zugleich an, dass ein Gemälde die deutlich kostengünstigere Variante zur einmal diskutierten Wasserfontäne darstelle. Dixa sprach von rund 3500 Euro Kosten für das Gemälde ("Ein Freundschaftspreis", so der Bürgermeister gegenüber der BZ).
Obschon einige im Rat mit der Farbgebung der Blüte Probleme hatten und mit Christa Mutz (CDU) für eine wärmere Farbtongebung plädierten, andere wiederum grundsätzlich gegen eine Wandbemalung und eher für ein Galeriekonzept, also mit wechselnden Bildern, argumentierten und wieder andere sich von der Verwaltung etwas überrumpelt und zu einer schnellen Entscheidung gedrängt sahen, wo doch das Objekt an der Stelle von Dauer und deshalb die Angelegenheit wohlüberlegt sein müsse (Biehler:"Ich sehe nicht, dass das Gemälde zur Rathauseinweihung am 25. Juni schon fertig sein muss") oder schlicht kein Vorschlag des Künstlers - wie Konrad Broßmer (FW) zu erkennen gab - so recht zu überzeugen vermochte, so rang sich das Gremium zu guter Letzt doch zu einer Vorentscheidung durch: Es folgte dem Konzept des Künstlers, dass hörbar auch von Bürgermeister Dixa gestützt wurde.
Allerdings soll an dem Entwurf noch nachgearbeitet werden und etwa die Rose in Gestaltung deutlich abstrakter und in der Farbgebung in einem "warmen Rot-Ton" herausgearbeitet werden. Konrad Broßmer:"Wenn wir uns dazu entschließen, dann darf sich das Gemälde nicht abnutzen. Es muss so abstrakt wirken, dass die Besucher im Rathaus darin immer wieder etwas Neues erkennen oder hinein interpretieren können." Zeitnah soll Steffen Schlager nun Alternativen erarbeiten und diese vor Ort per Beamerprojektion vorgestellt werden. Dann allerdings soll es auch einen Beschluss geben, damit auch die Kunst am Bau rechtzeitig zur Einweihung zu sehen sein wird. (Autor: Klaus Fischer)
