Rathaus Ringsheim

ECONO Juli 2010
Achim Schlager weiß noch genau, was sein erster Gedanke war:"Der Anbau muss weg." Das Rathaus in Ringsheim ist Baujahr 1845, ein Schüler des Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner hat es als Schule geplant und gebaut. In den 1960er Jahren hatte man einen Anbau installiert. "Das war nicht mehr als eine große Garage mit Toiletten", erzählt Schlager. Eine solche Erweiterung für dieses Gebäude - für den Architekten aus Schwanau-Nonnenweier absolut unverständlich.
Das Gebäude steht nun wieder frei, die Fassade strahlt rundherum in frischem Weiß mit himmelblauen Fensterläden, während das Rathaus innen den Ansprüchen einer modernen Verwaltung gerecht wird. Statt des schmalen Mittelflurs erwartet den Besucher nun hinter dem gläsernen Eingangsbereich ein Atrium, das den Blick in den darüberliegenden Stock freigibt, dazu viel Bewegungsfreiheit zwischen den Zimmern. Licht- und Bilderleisten machen das Atrium zugleich zu einer möglichen Ausstellungsfläche. Im oberen Stockwerk verbindet eine Brücke den Ost- mit dem Westbereich.
Das Dachgeschoss wurde bisher lediglich als Speicher genutzt. Schlager hat den Raum wieder nutzbar gemacht. "Als Ratsaal für besondere Anlässe", wie der Architekt findet. Der Raum bietet zwar nur Platz für höchstens 90 Personen, doch hat er mit der freigelegten und erneuerten Holzkonstruktion an der Decke ein besonderes Ambiente. Während in Ringsheim erst der Abbruch des Anbaus das Rathaus wieder richtig zur Geltung gebracht hat, war es beim Landratsamt Calw die neue Erweiterung, die für den Mehrwert des Hauses sorgt. Ein Steg verbindet das Eingangsgeschoss des Neubaus mit dem Obergeschoss des Altbaus...
LAHRER ZEITUNG 25. Juni 2010
Für die Zukunft Ringsheims saniert
Nach grundlegender Renovierung hat sich das Rathaus zum Schmuckstück gemausert / Kosten: 2,2 Millionen Euro
Ringsheim/Nonnenweier. 2,2 Millionen Euro hat die Gemeinde Ringsheim für die Sanierung ihres Rathauses in die Hand genommen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
An seinen ersten Gedanken beim Anblick des Ringsheimer Rathauses kann sich Architekt Achim Schlager noch genau erinnern:"Der Anbau muss weg."Das Rathaus selbst stammt aus dem Jahr 1845. In den 60er-Jahren hatte die Gemeinde den Anbau errichtet, um Platz zu schaffen. "Das war nicht mehr als eine große Garage mit Toiletten", erzählt Schlager - für den Architekten aus Schwanau-Nonnenweier absolut unverständlich.
Mittlerweile ist der Anbau verschwunden, das Gebäude steht wieder frei, die Fassade strahlt rundherum in frischem Weiß mit himmelblauen Fensterläden, während das Rathaus innen den Ansprüchen einer modernen Verwaltung gerecht wird und über einen barrierefreien Zugang verfügt. Auf dem Dach wurden wieder Biberschwanzziegel eingesetzt, und auch der Glockenturm ist restauriert. Neu ist das Atrium im gläsernen Eingangsbereich, das den Blick in den Stock darüber freigibt. Licht- und Bilderleisten machen es zugleich zur möglichen Ausstellungsfläche. Im oberen Stockwerk verbindet eine Brücke Ost- und Westbereich. Bei der Planung der Büroflächen hat sich Innenarchitektin Christine Krautwasser beteiligt.
Das Dachgeschoss wurde bisher lediglich als Speicher genutzt. Schlager hat den Raum wieder nutzbar gemacht:"als Ratsaal für besondere Anlässe". Der Raum bietet zwar nur Platz für höchstens 90 Personen, doch hat er mit der freigelegten, erneuerten Holzkonstruktion an der Decke ein besonderes Ambiente. Drei neue Gauben auf der Südseite des Rathausdaches öffnen den Blick in die Region, acht Dachfenster im Firstbereich lassen Tageslicht und Sonnewärme in die Tiefe des Raums. Trotz Abbruch des Anbaus hat sich die Nutzfläche durch den Anbau des Dachgeschosses von 690 auf 780 Quadratmeter erhöht. "Der Entwurf von Schlager & Parnter war einer der wenigen Wettbewerbsbeiträge, der mit dem bestehenden Gebäude und seinen Flächen auskamen und auf Anbauten verzichtet hat". erzählt Ringsheimer Bürgermeister Heinrich Dixa. Für den Ringsheimer Bürgermeister war es einfach an der Zeit, das Rathaus optisch aufzuwerten - für die Gemeinde, aber auch für die Touristen. Damit steht Dixa in guter Tradition. Denn das Rathaus wurde als Schulgebäude gebaut, in einer Zeit, in der die Armut groß war und viele Menschen nach Amerika auswanderten. "Trotzdem haben die Ringsheimer Geld in die Hand genommen, für die Bildung und somit auch für die Zukunft", sagt Dixa. "Und auch wir haben dieses Gebäude nun für die Zukunft von Ringsheim saniert."
