Ein neuer Klang zieht in die Kirche Nonnenweier ein

LAHRER ZEITUNG 03. August 2011
Orgelbauer aus Schiltach montieren momentan das Instrument in Nonnenweier/Festgottesdienst 18. September
Von der Seite sieht das Instrument nicht besonders groß aus. Aus Eichenholz ist das Gehäuse, reicht von der Empore bis fast zur Decke, ist aber nicht viel tiefer als ein Kleiderschrank. Die für Nonnenweier neue Orgel ist tatsächlich kleiner als die alte - die war von den Registern her doppelt so groß. Trotzdem finden 1100 Pfeifen in dem Gehäuse Platz. "Das Instrument trägt auch in dieser Kirche" sagt Orgelbauer Klaus Schleinitz, Chef der Orgelbaufirma Heintz in Schiltach. Auch Mitglieder der Orgelinitiative loben die große Klangvielfalt. Ein wenig an der Lautstärke und am Klangcharakter einer Orgel könne noch ausgeglichen werden, erklärt Schleinitz. Je stärker der Blasebalg in die Pfeife puste, umso lauter, aber auch umso höher, werden die Töne. Deshalb könne nicht einfach unbegrenzt stärker in die Pfeifen geblasen werden. Die Mitglieder der Orgelinitiative, Pfarrer Heck und die Orgelbauer beschlossen deshalb, die Orgel nicht an den Platz des alten Instruments einzubauen, sondern sie einige Meter weiter nach vorne zu stellen. "Ich hoffe, wir können dann in der Kirche wieder Konzerte veranstalten. Die Akustik ist hier sehr gut". sagt Achim Schlager, Mitglied der Initiative. Er und seine Mitstreiter schauen immer mal wieder in der Kirche vorbei, um zu sehen, wie weit die Orgelbauer schon sind.
210 Orgeln hat die Firma Heintz seit 1970 gebaut. Eine davon war die Orgel für dei Immanuel-Kirche in Mannheim-Rheinau. 1989 installierten die Mitarbeiter der Firma Heintz das Instrument. Orgelbauer Klaus Dieterle war damals dabei und erkennt jetzt noch an einigen Zügen und Bauteilen seine Handschrift wieder, mit der er damals die einzelnen Teile markiert hat. "Es ist schon etwas Besonderes, eine Orgel ein zweiters Mal aufzubauen", sagt Dieterle. "So etwas habe ich noch nie gemacht." 150 Jahre könne eine Orgel alt werden, wenn sie gut gepflegt werde. Die Manheimer Orgel sei nur deshalb zum Verkauf gestanden, weil die Kirche, in der sie stand, abgerissen werde. Die Orgel kostete 70 000 Euro, Einbau und Grundreinigung sowie kleinere Umbauten in der Kirche sollen maximal 50 000 Euro kosten. Am Sonntag, 18. September, soll ab 17.00 Uhr die offizielle Einweihungsfeier mit einem Festgottesdienst stattfinden, den die Chöre aus Ottenheim und Nonnenweier sowie die neue Orgel umrahmen werden.
