Polizeistation Schwanau
GULLER 17. Oktober 2010 (Artikel unter: www.stadtanzeiger-ortenau.de)
Am Freitagmorgen fand die offizielle Übergabe des neuen Polizeiposten der Gemeine Schwanau in Ottenheim statt.
Parallel zu der Überlegung der Polizei, die alten Räumlichkeiten zu verlassen, hat die Familie Förster den Neubau eines Mehrfamilienhauses im Neubaugebiet in Ottenheim anvisiert. Das für die Planung beauftragte Architekturbüro Schlager & Partner konnte in geschickter Vermittlung beide Vorhaben in einem Neubau vereinen.
Das giebelseitig orientierte Gebäude beinhaltet im Erd- und Untergeschoss den Polizeiposten der Gemeinde Schwanau, im Ober- und Dachgeschoss zusätzlich zwei Wohnungen. Beide Bereiche sind auf Grund der unterschiedlichen Funktion strikt voneinander getrennt. Das Treppenhaus der Wohnungen orientiert sich Richtung Osten, wobei auf Grund der öffentlichen Funktion der Eingang der Polizei Richtung Straße gerichtet ist.
Durch die transparente Gestaltung der Eingangssituation soll der Bevölkerung die Hemmung genommen werden, mit ihren Belangen die Polizei aufzusuchen. Diese Funktion wird unterstützt durch eine nach außen sich öffnende Treppenkonstruktion, dessen Hochbeet den Treppenlift für gehbehinderte Menschen verbirgt. Die Innengestaltung wird dominiert von einem mittleren Flur, an dessen Seiten funktionsgerecht die Büroräume angegliedert sind, bzw. an dessen Ende die interne Erschließung des Untergeschosses positioniert ist. Von dem im Eingangsbereich geplanten Büro hat der Beamte direkten Sichtkontakt zur Straße, so dass mit minimalem Personaleinsatz eine Kontrolle gesichert ist. Der Innenraum wird durch eine helle und freundliche Gestaltung dominiert. Hinsichtlich der neuen Polizeifarbe wurde als Leitfarbe blau gewählt, wobei bewusst in Verbindung zu dem dominierenden Weiß bzw. dem akzentuierenden Grau ein unaufdringlicher Charakter entsteht.
Das gesamte Gebäude ist geprägt durch eine stark ökologische Ausrichtung. Bewusst wurde der Baukörper einfach strukturiert, um die wärmeverlierenden Außenflächen zu minimieren. Zusätzlich sind sämtliche Hüllflächen mit 20 Zentimeter Dämmung eingepackt. Auch bei der Beheizung wurde durch Einsatz einer Hackschnitzelanlage auf regenerative Energie zurückgegriffen, so dass sich die CO2-Bilanz des Gebäudes als positiv betrachtet. Trotz der Größe des Gebäudes mit etwa 2000 Kubikmetern und des langen und strengen Winters 2009/2010 konnte die Bauzeit auf neun Monate beschränkt werden, was auch der guten Zusammenarbeit zwischen Bauherr, Architekt, Handwerker und dem künftigen Mieter, der Polizei, zu schulden ist. Der anvisierte Einzugtermin am 1. Oktober 2010 konnte somit ebenso eingehalten werden wie auch die vorgegebenen Baukosten.
