Das alte Pfarrhaus wird Therapiezentrum
...Behutsame Restaurierung

BADISCHE ZEITUNG 16. Dezember 2011 (Artikel unter: www.badische-zeitung.de)
Keine Einwände hatten die Mitglieder des Bauausschusses am Montag gegen die Planungen der Bauherrengemeinschaft Schlager zum Umbau des ehemaligen katholischen Pfarrhauses in Ottenheim zu einem Therapiezentrum.
Wie in der Montag-Ausgabe bereits ausführlich berichtet, planen die Bauherren, das denkmalgeschützte, ortsbildprägende Gebäude neben der Kirche behutsam zu restaurieren und innen für Praxisräume auszubauen. Auch gegen den Abriss der alten Notkirche gab es keine Einwände. Entgegen den ursprünglichen Plänen soll jedoch im Norden kein neues Treppenhaus angebaut werden und die Anzahl der Gauben soll auf drei begrenzt bleiben. Im Gebäude wird ein Aufzug eingebaut.
Zurückgestellt wurden die Nachtragspläne zur ungenehmigten Errichtung einer Großgarage, einer Werkstatt, eines überdachten Stellplatzes sowie eines Balkons in der Rheinstraße in Ottenheim. Wie Martina Stahl vom Bauamt mitteilte, sei dieser schon vollzogene Anbau im Rahmen einer Prüfung des Landratsamtes von ungenehmigten Projekten aufgefallen. Weil aber bisher erst Bestandspläne vorliegen, müssten für eine Entscheidung in der Sache die Baupläne abgewartet werden. Alle anderen Bauanträge wurden einstimmig befürwortet.
Dabei waren auch die Änderungspläne zum Neubau eines Gästehauses mit Appartements am Grünloch in Allmannsweier. Hier ging es um die vom Ortschaftsrat geforderte Anfahrt zu den Stellplätzen, die nicht über gemeindeeigenes Land führen sollte. Der Bauherr hat dies geändert. Die 18 Stellplätze sind jetzt nördlich des Hotels Garni, das zurzeit gebaut wird, vorgesehen und die Zufahrt ist von der Hauptstraße aus geplant.
Zur Sprache kam auch die nachträgliche Nutzungsänderung eines Ökonomiegebäudes in Wohnraum in der Schuhmacherstraße in Allmannsweier. Das Prekäre an diesem Bauantrag war, dass es sich um einen 36 Jahre alten Bestand handelt. Es gebe zwar einen positiven Bauvorbescheid, erläuterte Stahl, aber der stamme aus dem Jahr 1975. Der Umbau selbst wurde dann ohne Bauantrag gemacht. Dass dies jetzt zur Sprache komme, liege am Wechsel der Eigentümer und dass die jetzige Eigentümerin darüber hinaus die Nutzungsänderung eines Schuppens in einen Stall für vier Islandponys beantrage.
BADISCHE ZEITUNG 12. Dezember 2011 (Artikel unter: www.badische-zeitung.de)
Die Bauherrengemeinschaft Martha, Achim und Heinz Schlager strebe "eine behutsame denkmalgerechte Sanierung" des alten katholischen Pfarrhauses an, erklärten sie auf Anfrage der BZ. Entgegen den ursprünglichen Plänen soll das große, den Ortskern neben der Kirche prägende Gebäude jedoch nicht zu Wohnungen, sondern zu einem Therapie- und Gesundheitszentrum umgebaut werden. Heute, Montag, beschäftigt sich der Bauausschuss mit den Plänen.
Viele Menschen im Dorf wird es freuen, dass in das unter Denkmalschutz stehende imposante Gebäude, an dem in den vergangenen Jahren arg der Zahn der Zeit genagt hatte, wieder Leben einziehen wird. Bis dahin ist jedoch noch viel Arbeit zu leisten. Wie Heinz Schlager vom Architektur- und Ingenieurbüro Schlager und Partner erläutert, sei er von der ursprünglichen Planung, Mietwohnungen zu erstellen, abgekommen. "Die exponierte Lage und das imposante Gebäude selbst" seien der Grund dafür gewesen, eine mehr öffentliche Nutzung anzustreben. Jetzt soll es ein Therapie- und Gesundheitszentrum werden.
Dafür sind für das Erd- und das Obergeschoss auch schon Mieter gefunden. Im Erdgeschoss wird eine Physiotherapiepraxis einziehen, das Obergeschoss werden sich eine Logopädie- und eine Ergotherapiepraxis teilen. Für das Dachgeschoss laufen noch Verhandlungen, sagt Schlager, der nicht verhehlt, dass die Aufgabe zwar Spaß mache und auch Herzblut dabei sei. "Aber die ganze Geschichte wirtschaftlich darzustellen, wird schwierig." Damit meint Schlager, dass das Projekt inklusive Grundstück und Sanierung auf etwa eine Million Euro kommt. Als Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm aber nur 50 000 Euro zu erwarten sind. Schlager: "Wir müssen das sehr, sehr langfristig sehen, und schließlich bedeutet es auch eine Aufwertung der Ortsmitte."
Konkret geplant ist, die Fassade des im Jahr 1749 gebaute Hauses komplett zu erhalten, das heißt die Außenfassade mit den barock ausgeprägten Fenstergewändern in Sandstein samt Sprossenfenster und Klappläden in ihrem Erscheinungsbild zu belassen und behutsam zu sanieren. Neu eingebaut werden sollen nur sechs Dachgauben sowie ein Anbau mit einem gläsernen Treppenhaus an der Nordseite. Die nach dem Zweiten Weltkrieg angebaute Notkirche soll dagegen abgerissen werden. Wenn alles zügig über die Bühne geht, sollen die Räume im Sommer 2012 bezugsfertig sein.
