Sanierung gemeindeeigenes Gebäude in der Ottenheimer Kirchstraße

BADISCHE ZEITUNG 16.02.2011 (Artikel unter: www.badische-zeitung.de)
Ein Blickfang am Rande der Ottenheimer Dorfmitte
Der Abschluss der Sanierung des gemeindeeigenen Gebäudes in der Ottenheimer Kirchstraße ist am Montag gefeiert worden.
SCHWANAU. Ganz ehrlich, das gemeindeeigene Gebäude in der Ottenheimer Kirchstraße ist zu einem richtigen Schmuckstück geworden. Eine Wertung, die Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker Montagabend im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier mit allen am Werk beteiligten Handwerkern und Unternehmern vom anwesenden Publikum entgegennahm. Es war offensichtlich, dass ihn das freute und es deshalb auch sehr gerne zur Kenntnis nahm.
In der Tat können alle, die als Planer, Handwerker oder als kommunale Entscheidungsträger an der Renovierung des 1772 als evangelisches Schulhaus errichteten Gebäudes beteiligt waren, sehr stolz sein auf dieses rundum gelungene Werk. Denn das Haus an der Straße in Richtung Meißenheim ist zu einem richtigen Blickfang am nördlichen Rand der Ottenheimer Dorfmitte geworden.
Wegen seiner geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung sowie seiner exponierten Lage in der Ortsmitte gewährte das Land Baden-Württemberg für die Sanierung noch einen sogenannten Denkmalzuschlag. Das bedeutet, so der Bürgermeister, dass von den veranschlagten rund 700 000 Euro Gesamtkosten etwa 360 000 Euro, also mehr als 50 Prozent, aus dem Topf des Landessanierungsprogramms fließen.
Architekt Achim Schlager vom beauftragten Planungsbüro "Schlager & Partner" betonte, dass während der rund zehnmonatigen Bauzeit im Erdgeschoss eine Vier- und eine Ein-Zimmer Wohnung, im Ober- und im Dachgeschoss jeweils eine Drei- und eine Zwei-Zimmer-Wohnung geschaffen worden seien. Im Keller ist ein zentraler Wasch- und Trockenraum entstanden, wo sich auch Heizungsanlage und Pellettank befinden.
Das gemeindeeigene Wohnhaus ist im Rahmen dieser Umbauphase auch energetisch so modernisiert worden, dass es nunmehr den Standard eines KfW-Effizienzhauses 85 hat. Dies bedeutet, dass der Energiebedarf 15 Prozent unter dem Niveau eines baugleichen Neubaus liegt. Diese sehr gute Wärmedämmung wurde durch einen neuen Dachaufbau, eine Außendämmung der Fassade, neue Fenster und einen neuen Fußbodenaufbau im Erdgeschoss erzielt. Bei der Außendämmung wurden verschiedene Stilmittel wie Mauerblenden an den Ecken, Deckengesims, Fenstergewänder und Sockel eingesetzt, um dem historischen Gebäude ein dem Baujahr 1772 entsprechendes Gesicht zu geben. Hierzu zählen auch die aufgebrachten Schleppgauben, Sprossenfenster und historische Klappläden sowie die als Dacheindeckung verwendeten dunklen Falzbiberziegel.
Wie Bürgermeister Wolfgang Brucker und Architekt Schlager dankte auch Ortsvorsteher Erik Weide allen am Bau beteiligten Personen, Firmen und Institutionen. "Ihr alle habt Eure Sache richtig gut gemacht", lobte er.
Das Gebäude hat eine geschichtliche und gleichermaßen auch städtebauliche Bedeutung. Nach den im Gemeindearchiv verwahrten Unterlagen wurde das Haus ursprünglich als evangelisches Schulhaus errichtet. Es war eines von insgesamt drei Ottenheimer Schulhäusern. Außer ihm gab es noch ein Schulhaus an der Stelle, an der heute das Rathaus Schwanau steht. Das dritte Schulhaus stand mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem Grundstück, auf dem heute die Zweigstelle der Sparkasse Offenburg/Ortenau steht.
Im Erdgeschoss des Hauses in der Kirchstraße 27 befanden sich die Klassenzimmer und im Obergeschoss war die Lehrerwohnung integriert. Im Jahr 1835 wurde ein weiteres Klassenzimmer eingerichtet und 1870 wurde das Gebäude umfassend saniert. Auch nachdem 1898 der Schulhausneubau fertiggestellt war, wurde das Haus in der heutigen Kirchstraße weiter für Koch-, Handarbeits- und als so genannte Fortbildungsschule genutzt, also für einen Pflichtunterricht nach Abschluss der Volksschule. Das erklärt auch den im Volksmund kursierenden Namen für das Gebäude: Kochschule.
MITTELBADISCHE PRESSE 16.02.2011
Kochschule ein "Schmuckstück"
Sanierung des Gebäudes in der Kirchstraße 27 in Ottenheim ist abgeschlossen/Fünf neue Wohnungen
Schwanau-Ottenheim. Misstände beseitigen, gerade auch in energetischer Hinsicht - ortsbildprägende alte Gebäude erhalten: Diese Ziele sollen laut Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker dank des Landessanierungsprogramms erreicht werden können. In der Ortsmitte von Ottenheim ist man in dieser Hinsicht einen Schritt weitergekommen. Rundum saniert wurde das gemeindeeigene Gebäude in der Kirchstraße 27. Nach einer Bauzeit von zehn Monaten wurde das Ergebnis am Montag vorgestellt. Ein weiterer Baustein im Rahmen des Sanierungsgebietes "Ortsmitte Ottenheim" war die Sanierung der alten Kochschule. 2005 wurde Schwanau in das Landessanierungsprogramm aufgenommen. Das Fördervolumen beläuft sich inzwischen auf 2 Millionen Euro (1,2 Millionen Landesmittel, Rest Gemeindeanteil).
Jeder Euro Fördersumme löse erfahrungsgemäß 4 Euro an weiteren Maßnahmen aus, verdeutlichte Brucker. Von einem "gewaltigen Volumen, das über acht Jahre gestemmt werden kann", sprach er. Zudem machte er deutlich, dass die Gelder schwerpunktmäßig den Handwerkern in der Region zugute kämen. "Die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm war ein ganz wichtiger Schritt", betonte das Gemeindeoberhaupt abschließend.
Von der Verwaltung über den Ortschaftsrat bis hin zu den Handwerkern: Architekt Achim Schlager dankte allen für die "gute Zusammenarbeit". Fünf Wohnungen gibt es nun in dem 1774 errichteten Haus. Um ihm ein seiner Bauzeit entsprechendens Gesicht zu geben, wurde unter anderem das Stilmittel Deckengesims eingesetzt. "Das Gebäude fügt sich gut ein", lautete Schlager Fazit.
"Ein tolles Ortsbild"
Dass aus der ehemaligen Kochschule "ein Schmuckstück" geworden ist, dieser Einschätzung Bruckers konnte Ortsvorsteher Erik Weide nur zustimmen. Als nächste Maßnahme steht unter anderem die Platzgestaltung um die Ortsverwaltung an. "Wenn alles abgeschlossen ist, werden wir ein tolles Ortsbild haben, das in der Zukunft Bestand hat.", zeigte sich Weide überzeugt.
LAHRER ZEITUNG 16.02.2011
"Schmuckstück" strahlt wieder
Ehemalige Kochschule in der Kirchstraße 27 in Ottenheim saniert
Ottenheim. Als "Schmuckstück" hat Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker das sanierte gemeindeeigene Gebäude in der Kirchstraße 27 in Ottenheim bezeichnet. Die ehemalige Kochschule wurde im Rahmen des Sanierungsprogramms der Ortsmitte, das vom Land mit 1,2 Millionen Euro gefördert wird, wieder hergerichet. In zartem Lindgrün mit kräftig grünen Fensterläden präsentiert sich das 1772 als evangelisches Schulhaus errichtete Gebäude. Im Erdgeschoss sind eine Vier- und eine Einzimmerwohnung, im Obergeschoss eine Drei- und eine Zweizimmerwohnung. Der Speicher im Dachgeschoss ist für zwei weitere Wohnungen vorbereitet. Im Keller haben die Planer einen Wasch- und Trockenraum sowie einen Heizraum mit Lagertank für Holzpellets eingerichtet.
Um dem Gebäude ein seiner Bauzeit entsprechendes Gesicht zu geben, wurden nach Aussagen des Architekten Achim Schlager Stilmittel wie Fenstergewänder, Deckengesims und Ecklisenen verwendet. Das Dach wurde mit dunklen Biberschwanzziegeln gedeckt.
Auch energetisch wurde das Gebäude auf den neuesten Stand gebracht und entspricht dem Standard KfW-Effizienzhaus 85, was bedeutet, dass der Energiebedarf 15 Prozent unter dem Niveau eines baugleichen Neubaus liegt. Um dies zu erreichen, wurden die Fassade von außen gedämmt, neue Fenster eingebaut, der Fußboden im Erdgeschoss und das Dach neu aufgebaut. Die Ottenheimer haben schon das nächste Projekt in den Beratungen beschlossen: Das Gebäude in der Jägerstraße 3 und der daran angrenzende alte Bahnhof sollen als Begegnungshaus und Wohnnungen mit gestaltetem Platz das Dorfbild verschönern.
