Einweihung der Orgel in der Kirche Nonnenweier

BADISCHE ZEITUNG 20. September 2011 (Artikel unter: www.badische-zeitung.de)
Mit einem Programm über vier Stunden hat die Kirchengemeinde Nonnenweier am Sonntagabend ihre neue Orgel eingeweiht. Nach einem Gottesdienst ist zum Empfang und zu Kurzkonzerten eingeladen worden.Nachdem die bisherige, mehr als 45 Jahre alte Orgel nicht mehr richtig funktionsfähig war, wurde in Mannheim eine neuwertigere, bessere Orgel erworben. So ließ denn auch der Organist Manfred Kratzer mehrfach während der Feier die ganze Fülle des neuen Klangkörpers erklingen – und die Besucher konnten den Unterschied zur bisherigen Orgel hören. Die evangelischen Kirchenchöre von Nonnenweier und Ottenheim mit den Dirigenten Erna Zipf und Frank Spengler umrahmten die Feier zudem mit Stücken von Händel und Mozart. Die Festpredigt hielt der Musikbeauftragte der Landeskirche Karlsruhe, Pfarrer Bernd Walter. Nach den Worten "Singe dem Herrn ein neues Lied" brachte Pfarrer Walter manche Anwesenden zum Schmunzeln, als er an die bisherige Orgel erinnerte, die in den vielen Jahren nicht richtig funktionsfähig war: "wie eine alte Kuh, die keine Milch mehr gibt". Daraufhin fand die Kirchengemeinde über das Internet noch eine gebrauchte neuwertige Orgel in Mannheim – die Anzeige verglich er mit einer jungen Frau vom Land: "Es war Liebe auf den ersten Blick." Dadurch, so Pfarrer Walter, werde diese Orgel auch der Kirchengemeinde ans Herz wachsen.Beim Kauf ging es auch um viel Geld. Denn sicherlich hätte eine ganz neue Orgel rund 300 000 Euro gekostet; die jetzige sei zwei Drittel billiger ist. Nunmehr könne die Kirchengemeinde Nonnenweier wieder mit Konzerten präsent sein.Der Vorsitzende der Orgelinitiative, Otmar Herzog, der die Einweihungsfeier leitete, hielt Rückschau auf die Geschichte des Orgelkaufs. Zunächst habe man in einer Laufzeit von zehn Jahren eine vollständig neue Orgel bauen lassen wollen. Doch nun hätten es die Verantwortlichen in knapp zwei Jahren geschafft, dieses im Internet angebotene Schnäppchen zu erwerben. Durch eine Spendenaktion und Veranstaltungen gingen bereits 30 000 Euro ein. Inzwischen gab es größere Spenden von der politischen Gemeinde Schwanau, von der evangelischen Landeskirche, sowie von Sparkasse und Volksbank. Dazu gab es für den Verkauf der alten Orgel nach Polen 15 000 Euro, sodass noch ein gleicher Restbetrag zu tilgen ist. Mit Veranstaltungen und Spenden will die Kirchengemeinde bis in einem Jahr die Orgel bezahlt haben.Bürgermeister Wolfgang Brucker nannte in seinen Grußworten die Einweihung für alle in Nonnenweier einen großen Tag. Die die neue Orgel klinge "unwahrscheinlich gut". Hierbei richtete er Glückwünsche und Dank an jene, die den Kauf ermöglicht haben. Darauf habe der Gemeinderat einen entsprechenden Zuschuss befürwortet. Brucker überreichte der Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, Gerda Markstahler, einen symbolischen Gutschein. Ortsvorsteherin Dagmar Frenk dankte der Orgelinitiative für ihr Engagement; sie hoffe nun, dass durch die neue Orgel die Kirche mit Besuchern besser gefüllt werde und überbrachte einen weiteren Baustein. Pfarrer Frank Heck brachte die Glückwünsche der Bezirkssynode. Eine Vertreterin der Kirchengemeinde in Mannheim, wo die Orgel bisher stand, wünschte Nonnenweier, dass diese hier genauso Freude bereite, wie bei ihnen.Dankesworte galten auch Manfred Kratzer, der seit mehr als 20 Jahren als Organist tätig ist. Er eröffnete dann auch den Reigen von sechs Kurzkonzerten. Danach traten auf: der Schwesternchor des Diakonissenhauses – begleitet von Frank Spengler an der Orgel –, ein Geigen-Trio mit Dr. Seeland – ein früherer Dorfarzt von Nonnenweier, der extra zur Feier angereist war –, die Gitarrengruppe von Nonnenweier, der Gospelchor Vox humana aus Ottenheim sowie der Trompeter Rudolf Ziegler.
