Sporthalle Friesenheim - III. Bauabschnitt ist beendet!

LAHRER ANZEIGER 21. September 2011
Die aus den 70er-Jahren stammende Schulsporthalle in Friesenheim hat ein neues Gesicht und verbraucht weniger Energie. Friesenheims Gemeinderäte informierten sich am Montag vor Ort über den Abschluss des dritten Bauabschnitts.
"Wir haben eine neue, schöne Halle, die Freude macht, wenn man hier drinnen Sport macht oder sich aufhält", sagte Bürgermeister Armin Roesner nahezu euphorisch am Montagabend bei der Begehung der Schul-Sporthalle mit dem gesamten Gemeinderat. Hell und freundlich präsentierte sich die Halle nach Abschluss des dritten Bauabschnitts, der die Neugestaltung des "Herzes der Sportstätte" umfasste. Der erste Bauabschnitt erfolgte im Jahr 2009 mit der Dachsanierung, der Dämmung der Nordfassade sowie der Realisierung der Glasfassade - Kosten: 527 000 Euro. Im vergangenen Jahr wurde der Sanitärtrakt runderneuert. Dazu gehörte unter anderem die Umgestaltung der Trainer-Umkleiden und Duschen, eine energetische Sanierung sowie die Erneuerung der kompletten Haustechnik und sanitärer Einrichtungsgegenstände. Auch die Erneuerung sämtlicher Boden-, Fliesen- und Wandbeläge sowie die Decken gehörte damals dazu. Die Baukosten für den zweiten Abschnitt bezifferte Roesner mit 1,032 Millionen Euro. In beiden Bauabschnitten wurden zudem die Dächer erneuert einschließlich der Photovoltaikanlage und die Fassaden wurden gedämmt, womit der Bau aus den 70er-Jahren zu einer modernen Schul-Sporthalle wurde mit minimiertem Energiebedarf.
Der meiste Aufwand der jüngsten Sanierung ist nach Angaben von Architekt Achim Schlager in der Decke und meist gar nicht sichtbar. Unter der aufgehängten weißen Decke mit Beleuchtung, Belüftung und Heizung sind Leitungen und Kanäle und die Wärmedämmung. Eine Schallabsorbierung dämpft den Lärm in der Halle. Drei Deckenstrahllampen sorgen für Strahlungswärme, ähnlich wie ein Kachelofen. Die Belüftung mit Wärmetauscher wird von Sensoren gesteuert. Die Leuchten brauchen nur ein Viertel der Energie der Vorgängermodelle, unter anderem wegen der Steuerung über Tageslichtsensoren und Präsenzmelder.
Wie schon bei den Bauabschnitten I und II wurde nun auch der dritte Bauabschnitt weigehend in den Schulferien abgewickelt. Eine helle Wandbekleidung lässt jetzt die Halle freundlicher wirken. Der meiste Aufwand stecke jedoch in der Decke, so Architekt Achim Schlager. Davon sei allerdings das meiste hinter der nun hoch schallabsorbierenden weißen Decke unsichtbar versteckt. Weiter würden ballwurfsichere Deckenstrahlplatten für eine wirtschaftliche Beheizung sorgen. Unter anderem würden Sensoren die Luftqualität in der Halle messen. Entsprechend dieser Messungen werde Frischluft nach Bedarf in die Halle geführt, so Schlager. Hinzu kommen auch moderne Leuchten mit Tageslichtsensoren und Präsenzmeldern, so dass der Stromeinsatz mittlerweile nur noch bei 25 Prozent des bisherigen Bedarfs liegen werde.
Erneuert wurden in den vergangenen drei Monaten auch Sportgeräte an Wänden und Decken wie beispielsweise die Kletterwände, die teilweise veraltet oder sicherheitstechnisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand gewesen seien. Einen besonderen Dank zollte Achim Schlager dem Projektleiter Hans-Peter Studer sowie dem Sporthallen-Ausschuss der Gemeinde. Kosten und Terminplan konnten durch ein konstruktives Miteinander eingehalten werden. Die Kosteneinschätzung für den dritten Bauabschnitt liege bei 1,034 Millionen Euro.
Wann der vierte Bauabschnitt angegangen werde, ließ Bürgermeister Roesner offen, da zum einen noch etliche Fragen geklärt werden müssten und die Fördermittel nach Ende des dritten Bauabschnitts nun auch völlig ausgeschöpft seien. Der noch offene vierte Sanierungs-Abschnitt sieht unter anderem die Erneuerung und Erweiterung des Foyers vor.
Bürgermeister Roesner bezeichnete die Entscheidung des Gemeinderats für eine Sanierung (statt eines Neubaus) als richtig. Eine neue Halle zu bauen und weiterhin eine alte, sanierungsbedürftige Halle zu unterhalten, wäre teurer gewesen. Im Vorfeld der Sanierung waren Forderungen nach einer neuen Halle laut geworden, weil es zu wenig Platz für Sport treibende Vereine gebe. 4,5 Millionen Euro standen als Kosten im Raum.
Fast zwei Millionen Euro hat die Sanierung die Gemeinde Friesenheim gekostet, der Rest kommt aus Fördermitteln. Mit weiteren Zuschüssen ist nicht zu rechnen. Deshalb, so Roesner, werde die Idee, das Foyer der Sporthalle umzubauen beziehungsweise zu erweitern, in nächster Zeit nicht aufgegriffen.
