Neubau Business Unit Utility Tunnelling
Auftraggeber: Dr. Martin Herrenknecht Verwaltungs GmbH, Schwanau
Standort: Schwanau-Allmannsweier
Jahr der Fertigstellung: 2007
Beschreibung der Baumaßnahme:
Das neue dreigeschossige Bürogebäude ist in einem Kopfbau und in einem anschließenden Längsbau angeordnet. Durch die kreisrunde ca. 8,80m große Öffnung in einer ca. 12,50m hohen Sichtbetonwand wird der Baukörper von Norden her erschlossen. Diese Öffnung stellt den Bezug zu der Tunnelvortriebsfirma her, da die Öffnung exakt dem Durchmesser der bislang größten Maschine entspricht. Über die in der Fassade integrierte Windfanganlage wird der Besucher in das Foyer geführt. Diesem direkt zugeordnet sind die allgemeinen Besprechungsräume wie auch die Treppenhausanlage mit verglastem Aufzug und die sanitären Anlagen.
Die Büroräume wurden durch flexible Raumtrennwände aufgeteilt. Da sämtliche Oberflächen glatt und hart ausgeführt sind (Glas, Beton, Aluminiumelemente als Holz- und Kühldecke) wurden speziell vom Fraunhofer Institut geprüfte Schallschutzelemente eingesetzt, welche sowohl die hohen wie auch die tiefen Frequenzen schlucken können. Damit wurde auch gewährleistet, dass im Innenraum als Trennwände Glas eingesetzt werden konnte. Diese wurden mit den Schallschutzelementen wie auch mit den Möbeln kombiniert, eine offene und freundliche Arbeitsatmosphäre wird erzeugt.
Das Gebäude ist als Stahlbetonkonstruktion konzipiert mit aussteifendem Kern und innenliegenden Stahlbetonrundstützen. Auf diese Weise wird die Flexibilität für Büroumorganisationen gewahrt. Die außenliegende Fassade ist vorgehängt. Umlaufend ist eine Glasfassade aus Structural Glasing (blaue Tönung) ausgeführt worden, lediglich auf der Ostseite unterbrochen von senkrechten Betonelementen. Die Verschattung wird übernommen von speziell auf den Sonnenwinkel eingestelltem Aluminiumlamellen, so dass maximale Transparenz gewahrt bleibt. Durch die meanderartigen Betonstreifen in Verbindung mit der blau getönten Verglasung wird ein Spiel zwischen Transparenz und Masse erzeugt.
Die Südseite besteht aus einer Betonwand mit Vollwärmeschutz und Putz. Auf der Nordseite (Eingangsseite) ist eine Sichtbetonwand gestellt mit einer runden Öffnung, Durchmesser 15,40 m. Sowohl im Attikabereich wie auch oberhalb des 1. Obergeschosses läuft ein Betonband aus Sichtbeton. Sämtliche Betonelemente sind weiß gestrichen.
Die Treppenkonstruktion besteht aus Stahlbeton mit Belag aus Nadelvlies. Die Aufzugsüberfahrt ist oberhalb der Decke über dem 2. Obergeschoss ausgebildet und verschalt. Sämtliche nicht tragenden Wände wurden in Gipskartonständerwänden ausgebildet, partiell aufgelockert durch Verglasungen. Alle Türen wurden auf Grund des besseren Schallschutzes in Resopal ausgebildet, Verglasungen wurden neben oder über der Tür hergestellt. Die Betonwände im Innenbereich wurden nur gestrichen und nicht verputzt. Der Fußboden besteht aus einem Anhydritestrich mit entsprechender Wärme- und Trittschalldämmung und einer Belegung aus Nadelvlies. Die Decke wurde mit einer einfachen OWA-Decke ausgeführt, in der die Lüftung und die Klimaanlage eingebaut ist.
Die EDV- und Elektroinstallation erfolgt über Bodenkanäle, welche entsprechend dem Raumprogramm angelegt sind. Lediglich im EDV-Raum sind Doppelhohlraumböden montiert. Die mechanische Lüftung wurde auf ein Minimum ausgelegt und fungiert unabhängig zur Klimaanlage. Die Klimaanlage erfolgt über Splittgeräte mit Deckenauslässen, deren Einspeisung zentral über das Dach vorgenommen wird. Für die Heizung wird zum einen die Zuluft aufgeheizt, zum anderen werden für die Abdeckung der Spitzen Radiatoren eingesetzt.
Im Sinne einer energetischen Optimierung und hinsichtlich des Aufgabenspektrums der Firma (wie z.B. Geothermiebohrungen) wurde die ökologische Variante der bodennahen Geothermie sowohl für die Beheizung wie auch für die Klimatisierung gewählt. Hierfür wurden 24 Erdwärmesonden mit einer Länge von je 100m gebohrt. Im Winter wird dem Erdreich die Energie entzogen und über Wärmepumpen in das Heizsystem eingespeist. Während der Kühlsaison wird das ausgekühlte Erdreich zuerst zur direkten Kühlung ohne den Betrieb der Kältemaschine genutzt. Das Gebäude wird nur mittels Pumpenenergie gekühlt (natürliche Kühlung). Die Abwärme wird in das Erdreich eingespeist, welches sich hierbei erwärmt. Wenn die Temperaturen im Erdreich so weit gestiegen sind, dass eine direkte Kühlung nicht mehr möglich ist, so wird auf Kältemaschinenbetrieb geschaltet. Das Erdreich wird immer weiter aufgeheizt und das erwärmte Erdreich kann dann während der Heizsaison wieder zur Heizung genutzt werden. Durch diesen wechselnden Betrieb von Heizen und Kühlen und die direkte Nutzung des entwärmten Erdreichs zur Kühlung lassen sich sehr hohe Leistungszahlen der Wärmepumpe realisieren und parallel CO² einsparen. Der hohe Grundwasserstand und dessen hohe Fliessgeschwindigkeit sind ein weiterer Vorteil. Hierdurch erfolgt ein hoher Energiefluss. Das Gebäude verfügt über eine Heiz- und Kühldecke, welches die Energie über Strahlung transformiert.
Die Abmessungen betragen b = 19,20 m, l = 43,475 m, h = 12,50 (Turm), h = 11,00 m (Bürotrakt). Die bebaute Fläche beträgt 834,72 m; dabei sind die seitlichen Überstände mit 40,95 m und der Bereich der Überdachung mit 48,48 m². Das Brutto-Raumvolumen (ohne Dachaufbauten) beträgt 8.660,00 m³.
Die Nettogrundrissflächen betragen:
Erdgeschoss gesamt 694,27 m²
1. Obergeschoss gesamt 683,85 m²
2. Obergeschoss gesamt 697,23 m²
Bauvolumen:
Nutzfläche: 2.064,28 m²
umbauter Raum: 9.627,16 m³
Entwurf: A. Woermann, Dipl.-Ing., Architekt
Projektleitung: A. Woermann, Dipl.-Ing., Architekt









